Kritiken

Abendzeitung München, Februar 2011
Begründung zur Verleihung des Stern des Jahres an Christian elsässer

"Aus einem hoch begabten Frühstarter ist ein unverzichtbares Mitglied der Jazz-Szene geworden. Ob nun als Dozent an der hiesigen Musikhochschule, als stilvoller Begleiter am Klavier, als Soundtrack-Lieferant für Film und Fernsehen, als Tonsetzer für große Ensembles (Träger des hr Big Band-Kompositions-Preises) oder als Leiter eines fabelhaften Trios – immer wieder besticht der 27-jährige Münchner Pianist Christian Elsässer durch eine mehr als reife Leistung. Auf seinem neuen klangfarbensatten, atmosphärischen Album „Seemingly“ spielt er seine ganze Klasse aus, testet mit dem Bassisten Henning Sieverts und dem Schlagzeuger Bastian Jütte die Möglichkeiten der Dynamik und vermittelt zwischen Eingängigem und Komplexem, Kontemplativem und Groovigem. Elsässers Trio ragt aus der Flut der von überall her auf den Markt drängenden Piano-Dreier heraus. "

 

Luis Mülnbach, NNN Rostock, 18. Oktober 2010
Kritik zum Konzert des Christian Elsässer Trio in Rostock am 15. Oktober 2010

Herzöffnende Phrasen

"Das Christian Elsässer Trio gehört zu den spannendsten Ensembles, die die deutsche Jazz-Szene derzeit zu bieten hat. Eslsässer entwarf auf dem Klavier scheinbar spielerische Melodien, die ebenso virtuos wie furios verarbeitet wurden. Sein perfekter Gegenspieler war Bastian Jütte, der seinem Schlagzeug Unglaubliches entlockte - von filigranem Glitzer-Klang bis zu maschinenhaft stampfenden Rhythmen, die Elsässers Klavierspiel umkreisten, gezielt in die wohlige Pianowelt einbrachten, Perspektiven veränderten. In der Mitte, stoisch fast, Peter Cudek am Bass, der für eine sparsame und ungemein effektvolle Grundierung sorgte."

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Peter Müller, Wiesbadener Tagblatt, 10. April 2006
Kritik zum Konzert des Christian Elsässer Trio beim Rheingau Musik Festival am 9. April 2006

Zum Träumen, zum Staunen

"Mit 14 Jahren im bayerischen Landes-Jugend-Jazzorchester, mit 16 Bach mutiger verjazzt als Jacques Loussier, mit 17 die erste kollektiv gefeierte CD "Future Days", mit 19 und dem Nachfolgewerk "Venice" bereits in einem Atemzug mit Bill Evans oder Keith Jarrett genannt - so sehen die Karrierestationen eines Wunderkindes aus; genauer: eines ehemaligen "wonder-boys". Denn der Münchner Tastenvirtuose Christian Elsässer hat den großen Sprung vom Talent in die Riege der auch international Etablierten längst geschafft. Mit jetzt gerade einmal 22 Lenzen. Dynamisch, elegant, souverän, technisch versiert - die Kritiker-Hymnen auf den Newcomer, der schon für Doldingers "Passport" und Saxofon-Ikone Pee Wee Ellis in die Tasten gegriffen hat, kreisen denn auch immer wieder um die verblüffende musikalische Reife, die er schon in jungen Jahren ausstrahlt."
Dass dem Chick-Corea-Verehrer wohl tatsächlich ein Flügel in die Wiege gelegt worden sein muss, beschreibt aber nur einen Teil des Phänomens. Elsässer hat, und das ist vielleicht ähnlich bemerkenswert wie sein handwerkliches Potenzial, schon jetzt einen ganz eigenen Stil entwickelt. Auch als Komponist. Sein großartiger Auftritt in der ausverkauften Kelterhalle von Schloss Reinhartshausen beweist das mit Nachdruck. [...] Verblüffend sein Gefühl für Zeit und Raum, verblüffend auch die Unverquastheit und Transparenz. [...] Keine Note zuviel, keine akdemisch-selbstverliebten Fingerübungen, und dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, jede Menge Raffinesse und unaufgeregte Gelassenheit, die niemals ins Routinierte abdriftet. So klingt Jazz zum Träumen, wahlweise Jazz zum Staunen."

 

Sven Thielmann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2005
Kritik zum Konzert des Christian Elsässer Trio im RWE Pavillon der Philharmonie Essen am 6. Juli 2005

Jazz-Trio zeigt Gespür für Raum und Zeit - Christian Elsässer beendet Jazz-Saison in Philharmonie

"Mit einem fabelhaft filigranen Auftritt des "Christian Elsässer Trio" klang die erste Jazz-Saison im RWE-Pavillon der Philharmonie unerwartet aufregend aus. Unerwartet vor allem deshalb, weil man sich trotz des staunenden Raunens in Fachkreisen kaum vorstellen konnte, über welch verblüffende musikalische Reife der knapp 22-jährige Pianist Christian Elsässer bereits verfügt. Schon die ersten Takte des Eröffnungsstücks, Sammy Cahns "It's You Or No One", spitzten alle Ohren an: Duftig die Melodie, mit überzeugendem Gespür für Zeit und Raum die improvisatorische Ausgestaltung des bekannten Standards. Unaufgeregt, elegant, beeindruckend. Doch auch als Komponist bewies Elsässer Stil und Klasse. Verträumt etwa sein balladeskes "Venice", das Drummer Guido May mit filigranem Besenzauber hübsch regnerisch verschattete, derweil Martin Gjakonovski am Bass erdige Wärme verbreitete. Packend dagegen die Up-Tempo-Nummern, denen der junge Münchener keine Note zuviel spendierte und so grandios die Balance zwischen Schwung und Raffinesse wahrte. An diesem Abend stimmte einfach alles. Geschlossen und doch frei agierte das Trio. Erfrischend waren die Ideen der drei Musiker, souverän die Umsetzung, inspirierend der Spielfluss. Kein Zweifel: Christian Elsässer ist weit mehr als ein viel versprechendes Talent. Denn schon jetzt bringt er seine Potentiale fabelhaft zum Klingen. Dass den jungen Jazz-Pianisten eine große Zukunft erwartet, dürfte außer Frage stehen."

 

Reinhard Köchl, Donaukurier, Februar 2005
Kritik zum Konzert des Harald Rüschenbaum Jazz Orchestra im Audi Forum Ingolstadt am 26. Februar 2005

"...Über allem thront jedoch Pianist Christian Elsässer. Ein Riesentalent mit Esprit, Leidenschaft und Virtuosität an den Tasten und ein noch viel größeres als Arrangeur. Zusammen mit dem ewigen Geheimtipp Bruno de Filippi die Entdeckung eines außergewöhnlich persönlichen Abends."

 

Dr. Tobias Böcker, NR, Februar 2005
Kritik zum Konzert des Harald Rüschenbaum Jazz Orchestra im Audi Forum Ingolstadt am 26. Februar 2005

"Auch als Komponist kann der junge überflieger der Münchener Szene punkten. "At The Crossroad" und "Solution" erfordern Prägnanz und Wendigkeit, ermöglichen das Spiel mit schillernden Klangfarben, lassen zarte dynamische Nuancierungen ebenso zu wie wuchtiges Powerplay, samtigen Plüsch wie strahlendes Licht."

 

Tobias Böcker, Jazzpodium, September 2002
Kritik zur CD "Venice"

"... Der inzwischen gerade 19-jährige Youngster aus München legt mit "Venice" bereits seine zweite eigene CD vor. Das ist mitnichten Ausdruck von Selbstüberschätzung, sondern ein ganzes Stück weit Einlösung der Versprechen, die sein Erstling "Future Days" bereits geleistet hat. Elsässer weiß eine Menge über die Herkunft seines Tuns, geht seinen Weg mit natürlichem Gespür für Spannung und Entspannung, bekennt sich bei allem Gefühl für den Swing zur Kraft der nicht gespielten Noten, findet sich in feinfühligem Dialog mit seinen Triopartnern Guido May, dr und Marc Abrams, b, und lässt sich tragen von einer musikalischen Reife, die seinen jungen Jahren weit voraus erscheint."

 

Martin Laurentius, Jazzthing, Oktober 2002
Kritik zur CD "Venice"

"Zwar schimmern in seinem Spiel seine fingerfertigen Fähigkeiten auf seinem Instrument durch, doch besitzt er eine Tiefe in seinen Ausdrucksmöglichkeiten, die er ausschließlich in den Dienst der musikalischen Sache stellt. Sein Augenmerk legt der Musiker auf das sensible Interagieren und Kommunizieren mit seinen beiden Musikern, eine aussagekräftige melodische Wendung ist ihm wichtiger als das virtuose Parlieren, mit dem er das Publikum blendet."

 

Amazon.de, November 2002
Kritik zur CD "Venice"

"Elegante Voicings, ohne abgenutzten Jazz-Idiomatik, transparent, sparsam, kein Ton zuviel. Und trotz einer Klangästhetik, die sich einem durchaus fahrstuhlkompatiblen Wohlklang verschrieben hat, fern jedem Klischee. Ich glaube die Abgeklärtheit und Gelassenheit eines Musikers, dem die Zurschaustellung seiner Fingerfertigkeit längst nur noch ein Gähnen entlockt und dem es um das Wesentliche geht, zu spüren. Die Komposition (San Andrea) ist aus einem Guß und getragen von dem bezwingenden dynamischen Impetus des Pianisten."

 

Roland Spiegel, Abendzeitung, Juni 2002

"Die Kunst der leisen Zwischentöne, des lyrischen Funkelns beherrscht er souverän. Wenn man ihn hört, staunt man zu allererst über eines: dass der Münchner Pianist Christian Elsässer gerade 18 Jahre alt ist. Eigenkompositionen mit so viel sicherem Geschmack und Improvisationen mit so viel Raffinement und logischer Geschlossenheit wie bei ihm würde man eher mit längerer Erfahrung in Verbindung bringen. ... Schon für das Titelstück [Venice] eine ganz feine lyrische Perle könnte sich das Kommen [zum Konzert] lohnen."

 

Joe Kienemann, Bayerischer Rundfunk, Jazzzeitung Critics Choice, November 2002
Kritik zur CD "Venice"

"Man glaubt, der Harmonie-Ästhetik Evans', der Inspiriertheit Jarretts und der Energie Coreas in Einem zu begegnen."

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